Es fehlt Deutschland an Hard Power!
Die Ukraine-Krise hat deutlich werden lassen, dass Deutschlands bequemes Image als Handelsnation über den Haufen geworfen wurde. Es ist daher wichtig, dass Deutschland in eine diplomatische Erneuerung investiert. Etwas würde ganz und gar schief laufen in Europas führendem Staat, würde er nicht mehr Kapazitäten in die Klärung der Frage investieren, wie die Welt gestaltet werden sollte, als in die Klärung der Frage, wer sie gestalten sollte.
Heute befindet sich Deutschland an einem besonders kritischen Scheideweg und kann daher seine Diplomatie nicht fortführen wie gewöhnlich.
Eine Debatte über deutsche Außenpolitik, in der nicht über die Erfordernisse ihrer Diplomatie gesprochen wird, ist wie eine Diskussion über die Leistungsmerkmale eines BMW, in der man nicht darüber spricht was unter der Motorhaube steckt.
Derzeitige und zukünftige Regierungen in Berlin müssen ihre diplomatischen Verfahren und Fähigkeiten kontinuierlich vervollkommnen, um mit den sich ständig verändernden Bedingungen im In- und Ausland zurechtzukommen.
Aber heute befindet sich Deutschland an einem besonders kritischen Scheideweg und kann daher seine Diplomatie nicht fortführen wie gewöhnlich. Deutschlands wachsender Einfluss und seine neue Rolle als Global Player treffen mit tiefgreifenden Veränderungen des internationalen Gefüges zusammen, und das wirft komplexe Fragen in Hinblick darauf auf, wie die deutsche Diplomatie in Bezug auf ihre Rolle auf der zukünftigen Weltbühne reagieren sollte.
Während andere europäische Länder und die EU nie müde werden, die Trommel ihrer Soft Power oder normativen Macht zu rühren und darauf hinzuweisen, wie sie auf der internationalen Bühne eingesetzt werden soll, hat Deutschland ein ähnlich herausforderndes Hard-Power-Problem.
Die Aufgaben der kommenden Jahre erfordern eine umfassende Reaktion, die über die Steigerung der Effizienz des Netzwerks der 200 deutschen Auslandsvertretungen, eine Verbesserung der Managementprozesse zwischen den Ressorts und Fragen einer Bürokratiereform hinausgeht.
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Die populärste Macht der Welt – ein diplomatisches Talent?