Von der "Zivilmacht" zur Friedens-Großmacht
Berlin soll die Verantwortung einer Großmacht für die Aufrechterhaltung des Friedens tragen, indem es die regionale Integration und die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika und Asien sowie die Reform der Vereinten Nationen fördert. Deutschland als Brücke zwischen dem industrialisierten Norden und dem "aufstrebenden Süden" findet seine institutionalisierte Form in den GIBSA-(Deutschland, Indien, Brasilien und Südafrika)-Quadrilogen, die es auszubauen gilt.
Berlin wird seine Führungsrolle in multilateralen Organisationen neu finden müssen, um Friedenspolitik mit einer verstärkten sicherheitspolitischen Rolle in Einklang zu bringen.
Deutschlands außenpolitische Rolle wurde in der Vergangenheit oftmals als die einer "Zivilmacht" charakterisiert. Multilaterale Institutionen, der Handel, die demokratische Regierungsführung, friedliche Konfliktlösung und die nachhaltige Entwicklung standen im Fokus deutscher Außenpolitik. Von der militärischen Stärke war weniger die Rede.
Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt gerät nun zunehmend in Kritik, wird doch ihr außenpolitischer Ansatz immer mehr als Abkehr von der globalen Verantwortung verstanden. Berlin wird seine Führungsrolle in multilateralen Organisationen neu finden müssen, um Friedenspolitik mit einer verstärkten sicherheitspolitischen Rolle in Einklang zu bringen.
Einige Aspekte sind hier zu betonen:
Afrika ist mit einem Markt von einer Milliarde Verbrauchern der am schnellsten wachsende Kontinent.
Deutschland unterstützt die von Frankreich geführten EU-Militäreinsätze in Mali und der Zentralafrikanischen Republik.
Die subregionalen Säulen wie Nigeria, Südafrika, Kenia und Algerien sind nicht nur für die Sicherheit und regionale Integration sondern auch für den Kampf gegen den Terrorismus von Bedeutung.
Berlin kann zudem seine Abhängigkeit von den Erdgaseinfuhren aus Russland durch die Einfuhr von mehr Erdgas aus Algerien und Nigeria verringern.
Übersicht zu diesem Artikel
1
Frieden durch regionale Integration und Multilateralismus
2
Faires Engagement für Afrika durch EU und VN
3
Die Reform der Vereinten Nationen vorantreiben
4
Deutschlands Beziehungen in Südostasien ausgewogen gestalten
5
In Dreieckspartnerschaften investieren