Letztlich besteht die wichtigste Herausforderung in Bezug auf eine deutsche Führungsrolle darin, das Vertrauen der Öffentlichkeit und deren Unterstützung für die Außenpolitik in einer Zeit zu wahren, in der Deutschland vor schwierigen Entscheidungen stehen dürfte, bei denen es nicht nur um die Wahl zwischen guten, sondern auch zwischen schlechten Alternativen geht.
Schließlich muss Deutschland sein langjähriges Engagement für die Vereinten Nationen und multilaterale Organisationen gegen eine neue Realität abwägen: Wenn China und Russland von Partnern zu Konkurrenten werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der VN-Sicherheitsrat auf Zwangsmaßnahmen nach einem Mandat der Vereinten Nationen einigen kann.
Die Aussicht, dass im Grenzgebiet von Irak und Syrien ein terroristischer Staat entstehen könnte, der über ein Staatsgebiet, Einkünfte und Erdöl verfügt, ist für alle Staaten, nicht nur die in unmittelbarer Nähe, eine echte Bedrohung, doch wird sich eine rechtsverbindliche Einigung auf internationale Maßnahmen zum Vorgehen gegen diese Bedrohung nur schwer herbeiführen lassen.
Im Kampf gegen den Terrorismus werden China und Russland zwar kooperieren, wenn dies ihre Interessen nicht gefährdet, sie werden jedoch im VN-Rahmen kaum für Maßnahmen stimmen, die Koalitionen der Bereitwilligen unter US-amerikanischer Leitung durchführen.
In diesem Zusammenhang wird Deutschland sein Bekenntnis zu den Vereinten Nationen und zu internationaler Rechtmäßigkeit gegen die Forderungen seiner Verbündeten abwägen müssen, die das Land zur Mitwirkung an Koalitionen der Bereitwilligen zur Terrorismusbekämpfung drängen.
Bei der Wahrung dieses Gleichgewichts ist das wichtigste Publikum, dessen Loyalität es unbedingt zu erhalten gilt, das deutsche Volk selbst. In der Außenpolitik des 21. Jahrhunderts lässt sich ein Gleichgewicht nur dann wahren, wenn es demokratisch ist und auf der Rechenschaft des Staates gegenüber dem Wähler gründet.
Eine gut gestellte und erfolgreiche Gesellschaft, die ganz zufrieden ist, nicht mit den Problemen Anderer behelligt zu werden, muss mit Führungsgeschick davon überzeugt werden, dass ungelöste Probleme anderswo sich gerne einmal im eigenen Land einnisten.
Letztlich besteht die für die Außenminister und Kanzler wichtigste Herausforderung in Bezug auf eine deutsche Führungsrolle darin, das Vertrauen der Öffentlichkeit und deren Unterstützung für die Außenpolitik in einer Zeit zu wahren, in der Deutschland vor schwierigen Entscheidungen stehen dürfte, bei denen es nicht nur um die Wahl zwischen guten, sondern auch zwischen schlechten Alternativen geht.
Übersetzung des englischen Originaltextes
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