Leider blicken die meisten Europäer nur herablassend auf Indien und ASEAN, anstelle ihnen mit Respekt zu begegnen.
Europa muss Asien auf intelligente Weise für sich mobilisieren. Es liegt im natürlichen Instinkt Europas zuallererst auf China zu blicken - auf die größte Macht Asiens. Es ist durchaus richtig, eine enge Beziehung zu China aufzubauen, obwohl die EU umgekehrt für China niemals die Hauptpriorität sein wird. Sie rangiert in ihrer Bedeutung weit hinter den Vereinigten Staaten, Russland und Indien.
Die EU könnte aber sehr wohl zum westlichen Hauptpartner werden - für Indien, der weltweiten größten Demokratie und für die ASEAN als erfolgreichste Regionalorganisation, die allein Entwicklungsländer zu ihren Mitgliedern zählt. Bedauerlicherweise hat die EU bislang keine sonderlich engen Verbindungen zu Indien oder der ASEAN geknüpft.
Die Europäer müssen sich selber eingestehen, dass sie sehr wohl von Indien und der ASEAN lernen können. Im Zuge der Wegbewegung von einer monozivilisatorischen hin zu einer multizivilisatorischen Welt erweist sich die ASEAN als das erfolgreichste multizivilisatorische Laboratorium der Welt, in dem Moslems, Christen, Buddhisten, Konfuzianer und Hindus weitestgehend friedlich miteinander leben. Keine andere Weltregion kann hier mithalten. Auch ist Indien ein Lehrmeister im Umgang mit Vielfalt.
Leider blicken die meisten Europäer nur herablassend auf Indien und ASEAN, anstelle ihnen mit Respekt zu begegnen. Ich weiß dies aus persönlicher Erfahrung. Aber die Europäer schaden nur ihren eigenen langfristigen Interessen, wenn sie Indien und die ASEAN auf diese Weise von sich entfremden.
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