Der Zugang zu Auslandsmärkten ist entscheidend
Die Krimkrise und die territorialen Streitigkeiten im ost- und südchinesischen Meer haben deutlich gemacht, wie fragil Auslandsmärkte und Regionen sind, die für die deutsche Industrie von hoher Bedeutung sind. Deren Stabilisierung und friedliche Konfliktbeilegung sind deshalb vorrangig. Das Sicherheitsbedürfnis der Industrie umfasst nicht nur den Investitionsschutz, sondern auch den Schutz vor Cyberangriffen, sicheren Zugang zu Rohstoffen und den Schutz von Logistik- und Handelsketten.
Die Stabilität der Eurozone und der Europäischen Union sowie die Verlässlichkeit und Krisenfestigkeit internationaler Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere im Finanzsektor, sind für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung.
Deutschland ist im hohen Maße außenwirtschaftlich exponiert. Dies drückt sich nicht nur darin aus, dass ca. 50% des deutschen BIP durch Exporte erwirtschaftet werden, sondern auch in dem hohen Beitrag, den die Wertschöpfung in ausländischen Investitionsstandorten für die Bilanzen deutscher Unternehmen leistet.
Der Bestand deutscher Auslandsinvestitionen lag zuletzt bei annähernd 1,2 Bio. Euro, fast die Hälfte davon außerhalb der EU 28. Aber auch die Importseite trägt wesentlich zum Florieren der deutschen Volkswirtschaft bei. Deutschland bezieht wichtige Vorleistungen aus anderen Ländern und hängt von dem Bezug energetischer und mineralischer Rohstoffe aus dem Ausland ab.
Investitionen ausländischer Unternehmen tragen in Deutschland erheblich zur inländischen Wertschöpfung bei. Die Stabilität der Eurozone und der Europäischen Union sowie die Verlässlichkeit und Krisenfestigkeit internationaler Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere im Finanzsektor, sind für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Insofern hat die deutsche Wirtschaft ein hohes Interesse an einer effektiven Außen- und Sicherheitspolitik.
Trotz einer verstärkten Hinwendung zu außereuropäischen Märkten bleiben der Binnenmarkt der EU und hier besonders die Volkswirtschaften der Eurozone der zentrale Anker für deutsche Unternehmen. Die deutsche Industrie tritt deshalb nachdrücklich für eine dauerhafte Stabilisierung der Eurozone ein, die unseres Erachtens ohne weitere Integrationsschritte in Richtung einer Fiskalunion plus deren demokratischen Einbettung nicht zu erreichen ist.
Eine weitere Vertiefung der Eurozone wirft die Frage nach dem Verhältnis zu jenen Ländern außerhalb der Eurozone auf, die diesen Schritt nicht mitgehen wollen: nach bisherigem Stand Großbritannien, Dänemark und Tschechien, letztendlich wohl auch Schweden.
Die Lösung liegt in einem Europa der zwei Geschwindigkeiten mit einem inneren Kern der Eurozone, der weitere Integrationsschritte vornimmt, dabei aber auch offen für weitere Mitglieder ist, und einem etwas loseren Verbund der EU, in dessen Mittelpunkt der Binnenmarkt steht und in der auch die Türkei und die Ukraine ihren Platz finden könnten
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