Deutsche Außenpolitik hatte in der Vergangenheit die Neigung, ihre Einflussmöglichkeiten und die Ressourcen, die ihr zur Gestaltung der internationalen Ordnung zur Verfügung stehen, klein zu reden.
Einer dieser Zielkonflikte besteht in der Anwendung wirtschaftspolitischer Mittel zur Erreichung außenpolitischer Zwecke, z.B. durch Exportkontrollen und Sanktionen.
Die deutsche Wirtschaft ist sich bewusst, dass das Verhältnis zwischen Außenwirtschaft und Außenpolitik keine Einbahnstraße ist, sondern dass übergeordnete politische Überlegungen wirtschaftliche Anpassungsleistungen erfordern können.
Diese aufzubringen ist die deutsche Wirtschaft durchaus bereitet, wenn der Zweck-Mittel-Einsatz klar definiert und die Regelungen, die der Wirtschaft in Bereich der Sanktionen und Exportkontrolle auferlegt werden, transparent und verlässlich sind.
Die deutsche Wirtschaft hat wie kaum eine andere von der Globalisierung profitiert. Deutschland ist nach wie vor die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Aus beiden Tatsachen erwächst eine besondere Verpflichtung, sich an der Bewältigung internationaler Krisen zu beteiligen. Eine Wahrnehmung Deutschlands als wirtschaftlicher Profiteur und politischer Trittbrettfahrer der Globalisierung schadet letztendlich auch den Interessen deutscher Unternehmen.
Deutsche Außenpolitik hatte in der Vergangenheit die Neigung, ihre Einflussmöglichkeiten und die Ressourcen, die ihr zur Gestaltung der internationalen Ordnung zur Verfügung stehen, klein zu reden. Vergleicht man letztere mit den Möglichkeiten anderer großer Mächte – China, Frankreich, Großbritannien, Indien und Russland – sind sie erheblich: weniger im militärischen Bereich als im Feld der Diplomatie, der Außenwirtschaft, der Entwicklungszusammenarbeit und des gesellschaftlichen Dialogs.
Deutschland ist in nahezu allen Ländern dieser Welt und in allen wichtigen internationalen Verbünden diplomatisch vertreten. Es verfügt über ein großes Netzwerk der Auslandshandelskammern und der Präsenz deutscher Unternehmen vor Ort. Die staatliche und nichtstaatliche Entwicklungszusammenarbeit gehört zu den größten im internationalen Vergleich.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl bilateraler Freundschaftsgesellschaften, politischer Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen und halbstaatlicher Einrichtungen, wie dem Goethe-Institut, die sich um den zwischengesellschaftlichen Austausch bemühen.
Schließlich sind auch die zur Verfügung stehenden militärischen Mittel durchaus beträchtlich. Wenn es gelingt, einen stärkeren Einklang beim Einsatz dieser Ressourcen herzustellen, hat Deutschland erhebliche Möglichkeiten zur Gestaltung der internationalen Beziehungen und der globalen Ordnung beizutragen – auch im Sinne der deutschen Wirtschaft.
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