Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland bleibt hinter den Erwartungen zurück, die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr wurden nach unten korrigiert.
Die Bundesregierung rechnet jetzt im Jahr 2026 nur noch mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von 1,0 %, statt der zuvor erwarteten 1,3 %.
Dieser revidierte Ausblick folgt auf eine Phase mit minimalem Wachstum im Jahr 2025: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um lediglich 0,2 % und lag damit hinter anderen großen Industrieländern zurück.
Finanzpolitik und wirtschaftliche Entwicklung
Staatliche Ausgaben für Modernisierung, Klimaschutz und Verteidigung dürften das BIP im Jahr 2026 nur um zwei Drittel eines Prozentpunkts anheben.
Der ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im Januar 2026 bei 87,1 Punkten. Die Lageeinschätzung verbesserte sich leicht, während die Erwartungen für die Zukunft zunehmend unsicher wurden.
Die Staatsausgabenquote – ein Maß für den staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft – erreichte 2025 mit 50,2 % einen Wert über dem EU-Durchschnitt und lag damit vor Ländern wie Großbritannien, Japan und den USA.
Die Steuer- und Abgabenlast auf Durchschnittsverdienende betrug 2024 in Deutschland 47,9 % der gesamten Arbeitskosten. Damit liegt Deutschland im OECD-Vergleich auf dem zweitschlechtesten Platz und verliert an Attraktivität für Investoren.
Export, Inflation und Arbeitsmarkt
Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen legten deutsche Exporte im Dezember 2025 um 4,0 % gegenüber dem Vormonat zu. Im Gesamtjahr 2025 stiegen die Exporte um 0,9 % auf 1.562,9 Milliarden Euro, während die Importe um 4,3 % auf 1.362,5 Milliarden Euro zulegten – das Exportplus belief sich auf 202,8 Milliarden Euro.
China und die USA sind wichtige Partner außerhalb der EU, aber der Handel mit EU-Staaten wie den Niederlanden, Frankreich und Polen ist deutlich umfangreicher.
Im Januar 2026 stieg die Inflation in Deutschland im Jahresvergleich um 2,1 %, getrieben vor allem durch einen Anstieg bei Dienstleistungen um 3,2 %. Die Kerninflation legte auf 2,5 % zu, was den anhaltenden Preisdruck zeigt.
Die Zahl der Arbeitslosen überschritt die 3-Millionen-Marke – der höchste Januar-Wert seit 2014 – und die Zahl der offenen Stellen nahm ab. Die Firmeninsolvenzen erreichten 2025 einen Höchststand, besonders betroffen waren Kleinstunternehmen, das verarbeitende Gewerbe und der Einzelhandel.
Mit Blick auf die kommenden Monate rechnen Wirtschaftsinstitute für 2026 mit einer Inflationsrate zwischen 1,8 % und 2,2 %.

