Schweizer Regierung hebt Wachstumsprognose nach Handelsabkommen an

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Die Schweizer Regierung hat ihre Wirtschaftsprognose für 2026 nach oben korrigiert. Grund dafür ist ein vorläufiges Handelsabkommen mit den USA, das die Importzölle auf Schweizer Produkte senken wird.

Die Anpassung schafft für betroffene Branchen mehr Planungssicherheit, da Exportkosten besser abzusehen sind, und spiegelt eine optimistischere Einschätzung der künftigen Wirtschaftsentwicklung wider.

Allerdings bleibt zu beachten, dass die Unsicherheiten im globalen Wirtschaftsumfeld und in der Handelspolitik weiterhin hoch sind. Externe Faktoren könnten das tatsächliche Ergebnis also noch beeinflussen.

Handelsabkommen und Ausblick für 2026

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das die Konjunkturprognosen für die Schweizer Regierung erstellt, rechnet jetzt mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,1 Prozent im Jahr 2026.

Damit liegt die Prognose nun höher als die bisherige Schätzung von 0,9 Prozent aus dem September.

Ein im November erzieltes Abkommen wird die US-Zölle auf zahlreiche Schweizer Exporte von maximal 39 auf 15 Prozent senken.

Dieser Schritt dürfte die Auswirkungen von Handelsbarrieren auf Schweizer Exportunternehmen abfedern, die zuvor vor erheblichen Herausforderungen standen – darunter einem Konjunkturrückgang im Zeitraum Juli bis September 2025.

Die Aufwärtskorrektur der Schweiz verleiht auch dem gesamteuropäischen Ausblick neue Facetten. Dabei bleiben die Handelsbeziehungen und fiskalische Entwicklungen in Deutschland zentral für die Entwicklung in der Region.

Prognosen für 2027 und anhaltende Risiken

Für 2027 erwartet SECO eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,7 Prozent. Während ausländischer Handel einen moderaten Impuls liefern dürfte, bleibt die Binnennachfrage voraussichtlich der wichtigste Wachstumstreiber.

Die Regierung geht außerdem davon aus, dass die Inflation gedämpft bleibt: Für 2025 und 2026 rechnet sie jeweils mit einem Anstieg der Konsumentenpreise um 0,2 Prozent, bevor es 2027 auf 0,5 Prozent ansteigt.

Trotz der optimistischen Korrektur warnt die Regierung weiterhin vor großen Unsicherheiten. Dazu zählen neue Handelsspannungen, Kursschwankungen an den Finanzmärkten, wachsende globale Schulden, Verwundbarkeiten am Immobilienmarkt und anhaltende geopolitische Konflikte.

Solche Risiken könnten zu einer weiteren Aufwertung des Schweizer Franken führen und das Wirtschaftswachstum bremsen.

Auch das KOF Konjunkturforschungsinstitut der ETH Zürich hat seine Prognosen leicht nach oben angepasst und liegt damit auf einer Linie mit den Regierungszahlen. Verzögerungen bei den deutschen Staatsausgaben und eine Abkühlung der US-Wirtschaft werden dort allerdings als mögliche Bremsfaktoren genannt.